Kesselgulasch

Wenigstens einmal im Jahr versuchen wir es, uns  mit Freunden zum Kesselgulasch zu treffen. In diesem Jahr mussten wir bis Oktober warten, bis die Zeit dazu reif war. Aber wie heißt es doch so schön:“ Was lange währt wird gut.“ So sollte es auch dieses Jahr werden. Das Wetter gut, Fleisch gekauft, Zutaten besorgt, Holz gehackt und los geht’s. Das kochen nach Rezept gibt es nicht so richtig. Nur die Richtlinien stehen fest. Es soll Gulasch werden. Dieses  Jahr wollten wir es einmal mit Champignons  zusätzlich versuchen. Viel falsch machen kann man da ja nicht. Zuerst wurde das Fleisch geschnitten. Das machten die Damen der Runde, während die Männer das Gestell für den Gulaschkessel aufbauten und das schon gehackte Holz um den Kessel positionierten. Während ich dann im Garten die Möhren erntete, erwischte es die anderen Männer schlimm. Die Zeit war, nach Ansicht unserer Frauen, gekommen die Zwiebeln zu schälen und zu schneiden. Nach meiner Rede, als ich von der Möhrenernte zurückkam, was denn los sei: „Männer weinen doch nicht“, musste ich fluchtartig das Weite suchen, um der Gefahr, die plötzlich von den Männern ausging, aus dem Weg zu gehen. (;-)) Nachdem auch die Kartoffeln geschält waren und die Pilze geputzt, war nur noch Paprika zu schneiden. Nach dem Anstoßen mit einem kräftigen Schluck „Kesselwasser“ wurde dann das Holz entzündet. Herrlich, wenn sich der Geruch des brennenden Holzes mit dem des anbratenden Specks in der Luft breitmacht und die Nachbarn neidisch diesen Duft aufsaugen. Ein zischen kündigte für die Nachbarn an, das das Fleisch im Kessel landete. (zumindest der größere Teil) Den Rest des Fleisches ereilte sein Schicksal nach nochmaligem Abwaschen. (Vielleicht war doch das „Kesselwasser“ beim Anstoßen nicht mehr gut – oder zu gut) Jetzt lag der Duft, den man kennt, wenn der Nachbar grillt und man selber Leberwurstschnitte auf dem Teller hat, in der Luft. Das Fleisch war angebraten und die Zwiebeln, der Knoblauch, Paprika und Möhren kamen in unseren Zaubertopf. Jetzt waren auch die Nachbarn nicht mehr zu halten und standen beidseitig am Zaun. Und nach einigem lästerndem Geplänkel mit am Topf. Also was blieb uns anderes übrig, als nachdem nun die Pilze in den Topf kamen, auch die Wasserration für den Gulasch zu erhöhen, um auch die Nachbarn noch mit satt zu bekommen. Das Gericht nennt sich ja eh Gulaschsuppe. Aber bis dahin vergingen noch  1,5 Stunden, die die Suppe köcheln musste, welch wir nutzen konnten, die Nachbarschaftlichen Beziehungen auszubauen. Demnächst will uns der Nachbar seine Grillkünste beweisen. Es war wieder einmal ein rundum gelungenes Kesselgulasch.

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Eine Antwort zu Kesselgulasch

  1. martinapuerkl schreibt:

    na, das schaut aber wirklich gut aus … außerdem gefällt mir die Idee, dass alle zusammenhelfen und sich niemand „bedienen“ lässt. Das mach ich nächstes Jahr auch – mit meinem fetzigen Griller, lieber Lutz!
    Grüße aus dem Weinviertel – Martina

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